Johannes Ebner ist ein österreichischer Maler und Grafiker, dessen Arbeiten aus genauer Beobachtung entstehen.
Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit Landschaft, Licht und den Veränderungen, die durch Zeit und Wahrnehmung entstehen. Seine Malerei bewegt sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Dabei geht es weniger um die Darstellung eines Ortes als um die Erfahrung des Sehens selbst.
Auch auf Kreta hat Johannes Ebner gearbeitet. Die hier entstandenen Bilder zeigen die Insel nicht als Postkarte oder touristisches Motiv. Sie entstehen aus einem langsamen, konzentrierten Blick auf Landschaften, Bäume, Felsen und Licht.
Besonders die alten Olivenbäume der Südküste haben ihn beschäftigt. In ihren verdrehten Stämmen, ihren Spuren von Wind, Wetter und Zeit entdeckt er Formen, die zugleich gegenständlich und abstrakt wirken.
Das Licht Kretas spielt dabei eine besondere Rolle. Es erscheint nicht als dekorativer Effekt, sondern als etwas, das Farben, Formen und Flächen immer wieder verändert und überprüft.
In seinen Bildern wird Kreta nicht zur Kulisse. Die Landschaft bleibt eigenständig, manchmal still, manchmal widerständig. Der Maler nähert sich ihr aufmerksam und ohne Eile.
So erzählen seine Arbeiten nicht nur von einem Ort, sondern auch von einer Begegnung.
Vielleicht liegt gerade darin ihre besondere Qualität: Sie zeigen Kreta nicht als Ziel einer Reise, sondern als Landschaft, die den Blick verlangsamt und zu genauerem Hinsehen einlädt.