Kantifés, Pitsidia
Ein Ort, der weitergetragen wird
Ein Ort, der weitergetragen wird
Mitten im Dorf Pitsidia, an der Straße zur Platia, liegt das "Kantifes".
Nach langer Zeit der Schließung hat das Kafenion wiederneu eröffnet.
Die Mauern wurden freigelegt, der Raum erweitert.
Es ist heute größer als früher – und doch kein neuer Ort.
Am Abend füllt sich der Raum.
Menschen kommen, bleiben, setzen sich dazu.
Was hier entsteht, lässt sich nicht festhalten. Aber es hat mit dem zu tun, was dieser Ort einmal war – und mit denen, die ihn heute weiterführen.
Dieses Kafenion war einmal ein Mittelpunkt des Dorfes.
Ein Raum, der vielen etwas bedeutet hat.
Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal hier saß, klirrten Gläser auf Holztischen.
Man trank Wein und Raki, spielte Backgammon und aß Erdnüsse aus der Schale.
Ein Mann namens Kostas führte das Kafenion –
mit einer Ruhe, die man nicht beschreiben konnte.
Dann war es lange still.
Heute ist der Ort wieder offen.
Ein junges Paar hat das Kafenion übernommen.
Manches ist anders.
Aber etwas ist geblieben.
Hier beginnt eine Geschichte,
die weitergeht.
Das Kantifes bedeutet uns sehr viel.
Als wir uns entschieden haben, es zu eröffnen, haben wir beide unsere Arbeit aufgegeben und all unsere Energie in diesen Ort gesteckt. Für Vangelis ist es auch etwas Persönliches. Er ist hier aufgewachsen und wollte schon lange selbst so einen Raum schaffen.
Es ist ein Ort voller Erinnerungen. Und vielleicht war es wichtig, dass er wieder lebendig wird.
Das Kantifes bedeutet uns sehr viel.
Als wir uns entschieden haben, es zu eröffnen, haben wir beide unsere Arbeit aufgegeben und all unsere Energie in diesen Ort gesteckt. Für Vangelis ist es auch etwas Persönliches. Er ist hier aufgewachsen und wollte schon lange selbst so einen Raum schaffen.
Es ist ein Ort voller Erinnerungen. Und vielleicht war es wichtig, dass er wieder lebendig wird.
Ich bin in Pitsidia aufgewachsen, Maria in Moires. Heute leben wir zusammen in Moires, aber unser Café ist hier im Dorf. Hier ist es ruhiger. Die Menschen bewegen sich anders – langsamer. Im Sommer verändert sich das Dorf. Kinder auf den Straßen, Musik, Bewegung. Insgesamt hat dieser Ort eine Lebensqualität, die man nicht überall findet.
Als wir das Kantifes 2023 übernommen haben, war es einige Jahre geschlossen gewesen.
Am Anfang war uns nicht bewusst, welche Geschichte dieser Ort trägt. Wir wollten ihn einfach so weiterführen, wie wir ihn übernommen haben. Mit der Zeit hat sich das verändert. Die Menschen haben uns ihre Erinnerungen erzählt. Da haben wir verstanden, was dieser Ort bedeutet.
Und ja, dann entsteht auch ein Gefühl von Verantwortung: das weiterzuführen, was hier entstanden ist.
Viele im Dorf sprechen noch von Kostas.
Man erzählt sich, dass er manchmal einfach in einer Ecke saß, während die Gäste hereinkamen, sich selbst bedienten und das Geld liegen ließen. Er war ruhig, aufmerksam, sehr menschlich. Er setzte sich dazu, sang, tanzte, war Teil der Runde. Viele sagen: Das Wichtigste war, dass er den Menschen das Gefühl gegeben hat, dazuzugehören.
Im Kantifes sitzen heute viele verschiedene Menschen. Dorfbewohner, Besucher, Menschen, die zurückkehren. Einige kommen seit Jahren. Oft entsteht etwas ganz Einfaches: Jemand setzt sich dazu – und aus Einzelnen wird eine Runde.
Am Morgen ist manches anders geworden. Am Abend kommt der Ort dem näher, was er immer war: Ein einfacher Ort. Ein paar gute Dinge. Zeit.
Früher war vieles spontaner. Die Menschen gingen öfter aus, es wurde mehr musiziert, mehr gefeiert. Heute ist manches ruhiger geworden. Was aber geblieben ist, ist etwas anderes: das Philótimo und die Gastfreundschaft.
Es gibt Orte, die durch Menschen geprägt werden.
In Pitsidia war das lange Zeit Kostas.
Das Kafenion war kein Café im üblichen Sinn. Es war ein Ort, an dem man einfach blieb.
Kostas war da.
Nicht im Vordergrund, sondern als jemand, der den Raum hielt.
Die Gäste kamen, nahmen sich oft was sie brauchten, und ließen das Geld liegen.
Es war kein System.
Es war Vertrauen.
Am Abend wurde gesungen, getanzt.
Nicht organisiert.
Es geschah einfach. Und wer da war, gehörte dazu.
Heute ist vieles anders.
Aber wenn man am Abend im Kantifes sitzt, wenn Gespräche entstehen und jemand sich dazusetzt, dann ist etwas davon noch da.
Nicht als Erinnerung.
Sondern als Möglichkeit.