Warum zieht Kreta seit Jahrhunderten Künstler, Schriftsteller, Musiker und Reisende an?
Die einfachste Antwort lautet: wegen der Schönheit der Insel.
Doch Schönheit allein erklärt wenig.
Viele Landschaften sind schön. Nur wenige werden über Generationen hinweg zu Orten des Arbeitens, Schreibens, Malens und Nachdenkens.
Kreta gehört zu diesen Orten.
Seit Jahrhunderten kommen Menschen hierher, um zu beobachten, zu schreiben, zu malen oder Musik zu machen. Manche bleiben nur wenige Wochen. Andere verbringen Jahre auf der Insel. Einige machen Kreta zu ihrer Heimat. Die Gründe sind unterschiedlich. Doch in vielen Berichten tauchen dieselben Worte auf: Licht. Landschaft. Weite. Zeit.
Das Licht Kretas verändert Farben und Formen. Es lässt Dinge klarer erscheinen und macht selbst einfache Mauern, Wege oder Olivenbäume zu Gegenständen genauer Betrachtung. Die Landschaft wirkt offen und widerständig zugleich. Meer, Berge, Schluchten und Hochebenen begegnen einander auf engem Raum. Nichts scheint vollständig geordnet. Die Insel fordert Aufmerksamkeit.
Vielleicht noch wichtiger ist etwas anderes: Zeit.
Viele Künstler sprechen von einer anderen Erfahrung von Zeit. Nicht weil die Uhren langsamer gehen. Sondern weil Kreta Orte bewahrt hat, an denen Beobachtung wichtiger bleibt als Geschwindigkeit.
So wurde die Insel immer wieder zu einem Arbeitsraum. Für den Schriftsteller Nikos Kazantzakis, dessen Kreta von Freiheit, Würde und Widerspruch erzählt.
Für den Maler El Greco, dessen Weg einst in Heraklion begann.
Für den britischen Künstler John Craxton, der viele Jahre in Chania lebte und die Landschaft Kretas zu einem zentralen Motiv seiner Malerei machte.
Kreta liefert keine fertigen Bilder. Vielleicht liegt genau darin seine besondere Anziehungskraft.
Die Insel ist weniger Motiv als Begegnung.
Weniger Kulisse als Arbeitsraum.
Weniger Antwort als Frage.
Kreta ist nicht nur Herkunft und Inspiration. Auch heute leben und arbeiten auf der Insel Künstlerinnen, Musiker, Fotografen und Kulturschaffende aus vielen Ländern.
Linda Crast
Farbe, Licht und alltag im Süden Kretas.
Johannes Ebner
Landschaft als Wahrnehmung zwischen Gegnständlichkeit und Abstraktion
Palmhouse Kamilari
Ein Freiraum für Kunst, Musik, und Begegnung
Nikos Kazantzakis
Der bedeutendste Schriftsteller Kretas. Seine Romane und Essays sind tief mit der Geschichte, Landschaft und Mentalität der Insel verbunden. Werke wie Alexis Sorbas oder Freiheit oder Tod machten Kreta weltweit bekannt.
Weiterlesen:
El Greco
Geboren in Candia, dem heutigen Heraklion. Seine Karriere führte ihn später nach Venedig, Rom und Toledo. Dennoch beginnt eine der bedeutendsten Künstlerbiografien Europas auf Kreta.
Weiterlesen:
El Greco Museum Fodele
John Craxton
Vielleicht der wichtigste Maler für dein Thema. Craxton lebte jahrzehntelang in Chania. Hirten, Berge, Olivenhaine und die Landschaft Kretas wurden zu zentralen Motiven seiner Bilder. Er bezeichnete Griechenland praktisch als seine zweite Heimat.
Weiterlesen:
Lawrence Durrell
Durrell suchte im Mittelmeerraum immer wieder den „Spirit of Place“ – den Geist eines Ortes. Seine Texte über Griechenland gehören zu den wichtigsten literarischen Annäherungen an Landschaft und kulturelle Atmosphäre.
Weiterlesen:
Henry Miller
Reiste 1939 durch Griechenland, darunter auch Kreta. Sein Buch The Colossus of Maroussi gehört bis heute zu den eindrucksvollsten literarischen Beschreibungen Griechenlands.
Weiterlesen:
Mikis Theodorakis
Geboren auf Chios, aber eng mit Kreta verbunden. Seine Familie stammt von der Insel. Mit der Musik zu "Zorba the Greek" schuf er wahrscheinlich das bekannteste musikalische Bild Kretas weltweit.
Vangelis
Nicht direkt ein Kreta-Künstler, aber er widmete dem kretischen Maler El Greco ein eigenes Album.